Vortrag „Auf den Spuren der Nordmänner an der Niederelbe“
Wikinger sind heute durch Filme und Serien wieder allgegenwärtig. Doch wie sah die Wirklichkeit an der Niederelbe aus? Schriftquellen berichten von schweren Überfällen: 845 wurde Hamburg angegriffen, 994 drang eine große Wikingerflotte in die Mündungsgebiete von Elbe und Weser vor. Bei Stade kam es am 23. Juni 994 zu einer folgenreichen Niederlage der hier ansässigen Udonen. Zeitgenössische Chronisten berichten von Gefangenen, hohen Lösegeldforderungen und grausamer Gewalt.
Die Wikingerzeit war jedoch keineswegs nur von Raubzügen geprägt. Nord- und Ostsee bildeten zugleich ein weitgespanntes Netz von Handelswegen, über das Silber, Waren und Menschen über große Entfernungen bewegt wurden. Gerade die Niederelbe spielte dabei eine wichtige Rolle.
Neue archäologische Funde aus dem Landkreis Stade ermöglichen inzwischen einen differenzierteren Blick auf diese Epoche. Waffenfunde aus Elbe und Schwinge, Schmuckstücke aus der Umgebung von Harsefeld sowie Hacksilber und weitere Funde von einem bedeutenden Handelsplatz bei Freiburg/Elbe erzählen von kriegerischen Auseinandersetzungen ebenso wie von friedlichen Kontakten und Fernhandel.
Der Vortrag „Die Wikinger kommen! – Auf den Spuren der Nordmänner an der Niederelbe“ von Daniel Nösler stellt historische Überlieferungen und archäologische Funde gegenüber und zeigt, welche neuen Erkenntnisse die Forschung über die Wikinger an der Niederelbe gewonnen hat.





